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Die Schau zeichnet zentrale Entwicklungslinien im Werk des Künstlers ausgehend von der Malerei der 1980er Jahre, über die Computerbilder und Arbeiten künstlerischer Fotografie seit den frühen 1990er Jahren bis zu den interaktiven Medien-Gesamtkunstwerken der 2000er Jahre nach.

In Werkgruppen unterteilt, beginnt die Auseinandersetzung des Künstlers mit inneren Bildwelten, seriellen Erzähltechniken und Computerbild-Sequenzen in seiner Zeit als Kustos des Sigmund Freud Museums, gefolgt von der Entwicklung künstlerischer Ideen zur Verbindung einzelner Werke zu Bildorchestern. Weiters werden Arbeiten über Veränderungs- und Betrachtungsprozesse als Gesichtsräume (auch als interaktive Installation für das Ars Electronica Festival 2002 realisiert) gezeigt. Am Ende werden Deutschs aktuelle Zuwendung zu den großen literarischen Themen in komplexen Bildzyklen und interaktiven Medien-Gesamtkunstwerken präsentiert.

Ein zentrales Thema seiner Auseinandersetzung ist die Verbindung von Musik und bildender Kunst. Deutsch widmet sich auch der Visualisierung klassischer Werke. Geleitet wird er dabei von der grundsätzlichen Frage, wie eine visuelle mit einer musikalischen Welt verknüpft und durch Interaktion simultan interpretiert werden kann. Nach intensiver Auseinandersetzung mit den musikalischen und dramaturgischen Hintergründen eines Werkes überträgt er dessen Inhalt in seine Bildsprache und schafft daraus Bildwelten mit transformierbaren Charakteren. Die Vorbereitung des Projektes der Inneren Landschaften führen zur Entdeckung, dass Lord Byron mit Manfred versucht hat, eine neue Gattung zu erfinden, die er als das mental theatre, Theater im Kopf, bezeichnet hat. Deutsch macht deutlich, dass Manfreds Gefühlsleben die eigentliche Handlung des Dramas ist und schafft in Form eines schmalen Auges Landschaftsbilder – eine Gebirgslandschaft, die sich durch Überblendungen und Verschiebungen in ständigem Wandel befindet und zur Seelenlandschaft mutiert.

Ralph Schilcher

BIO:

Johannes Deutsch (1960) studierte Grafik und Medienkunst von 1975–1980 an
der Höheren Lehranstalt für Kunst und Design in Linz und von 1990–1992 am
Postgraduierten – Institut für Neue Medien an der Städelschule – Staatliche
Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main. Als Maler und
Medienkünstler hat Deutsch Medien immer zu einem Gesamtkunstwerk
verbunden, dieser Ansatz beschäftigte ihn bereits als Kustos am Sigmund Freud
Museum (1984–1989) in Wien. Seine Werke als bildender Künstler wurden
unter anderem in Einzelpräsentationen 1992 im Museum Moderner Kunst
MUMOK in Wien, 1998 im Kunstmuseum Bonn, 2012 Museo d´Arte Moderna
Ugo Carà in Triest und in Themenausstellungen 2000 im Museum Ludwig in
Köln, 2006 im Museum der Moderne in Salzburg, 2010 im Leopold Museum in
Wien sowie 2012 im Museum für Gegenwartskunst Admont und 2017 in der
Albertina Wien gezeigt.
Johannes Deutsch (1960) študoval v