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Ausstellung

RE-POSE

Lisa Wolf

Die Installation untersucht die Kuriosität digitaler Räume unseres Alltags. Besuchende bewegen sich in einer analogen Interpretation eines digitalen Raumes, wie er sonst mit Videokonferenz-Software erlebt wird.

Seit März 2020 nutzen wir intensiv verschiedenste Software wie Teams, Zoom oder ähnliches.

Diese wurden zu unserem Hauptkommunikationsmittel. Was früher im öffentlichen Raum stattfand, findet nun online statt. Der digitale Raum hat sich in unseren neuen öffentlichen Raum verwandelt. Mit voreingestellten Hintergründen bietet die Software ein Werkzeug, mit dem wir das Erscheinungsbild unseres digitalen Raums anpassen können. Der neue öffentliche Raum ist eine Maske, die auf unseren alten privaten Raum gelegt wird. Er ist kitschig, fehlerhaft und verschwommen. Die fehlerhaften Filter vermischen auf seltsame Weise Vorder- und Hintergrund, sie überlappen ruhende und sich bewegende Objekte. Bizarre Dinge passieren in diesem neuen öffentlichen Raum: Manchmal fehlt der vortragenden Person ein Arm, ein anderes Mal taucht eine Katze aus dem Nichts auf; der neue öffentliche Raum beherbergt abgebrochene Körperteile und verzerrte Objekte. Die Ausstellung verwandelt diesen digitalen öffentlichen Raum in eine analoge Erfahrung. Der konzipierte Raum invertiert die Erfahrung einer Videokonferenz. Bei einem Anruf sind Betrachtende passiv und Personen durchbrechen die digitale Tapete nur dann, wenn sie sich nahe der Kamera bewegen. In der Ausstellung hingegen können sich Besuchende frei umher bewegen und erst durch ihre Bewegung werden der Raum und die Objekte in ihrer Dreidimensionalität vollständig erfasst. Im digitalen Raum werden die Objekte demontiert und auf den Bildschirm projiziert. Private Details werden durch die Kulisse verdeckt. Die Objekte in der Ausstellung erinnern an Haushaltsgegenstände, die wie im digitalen Raum verfremdet wurden. Besuchende können sie jedoch aus jeder Perspektive erforschen. Es gibt keine Limitierung in der Auflösung durch den Computermonitor. Besuchende entscheiden über den Betrachtungsabstand und die Details, die die Objekte erkennen lassen sollen.

Mit Unterstützung von Gili Ron und Baptiste Bernard

Lisa Wolf (*1989, Hall in Tirol, Österreich) ist eine seit 2019 in Berlin ansässige Designerin und befasst sich mit verschiedensten Maßstäben von räumlichen Installationen bis hin zur Produktentwicklung. Zwischen 2017 und 2019 lehrte sie am Digital Design and Production Lab (DDPLab) der Universität für Angewandte Kunst Wien. Seit 2020 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Mediale Architekturdarstellung an der Leibniz Universität Hannover. Als Designerin arbeitete sie bereits mit Gregor Eichinger, Tom Dixon, Acme London und Kinzo. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Rahmen der Milan Design Week, Designblok in Prag und Vienna Design Week ausgestellt.